Ein ehrliches Interview mit der Künstlerin

Aktualisiert: Juli 21



In diesem Blogbeitrag erhältst du persönliche Einblicke zu meiner Motivation - Ich mache Kunst zum Thema Mode, weil….


Warum hast du dich auf das Thema Mode spezialisiert?


Das Thema Mode begleitet mich seit ich denken kann.


Wie jedes Mädchen verbrachte ich Stunden damit meine Puppen an und auszuziehen.


In meine Barbie investierte ich später regelmäßig mein gesamtes Taschengeld und kaufte ihr 2 mal im Monat die neuesten Kleider, von meinem mühsam ersparten Taschengeld.

Ich liebte die kleinen Accessoires, ganz besonders die Schuhe.


Leider waren diese so klein das meine Barbie meist nur mit einem Schuh unterwegs war. Weil der andere bereits verloren ging.


Ein klassischer Fall von Aschenputtel, würde ich sagen.




Was ich in meiner Kindheit schon liebte , sollte sich in meinem Berufsleben als Dekorateurin fortsetzen.

Meine Puppen wurden durch Schaufensterfiguren ersetzt und mein “Kinderzimmer” verwandelte sich in eine riesige Schaufensterfront.

Jahre später verfolgte ich als Visual Merchandiser weiterhin die neuesten Trends, das Styling und die Organisation von Präsentationskonzepte in Fashion Stores.

32 Jahre - eine lange Zeit

Nach einem Burnout verabschiedete ich mich aus der Fashionwelt im Einzelhandel.

Meine Leidenschaft zur Mode ist geblieben. Heute ist mein Schaufenster die “Leinwand” auf der ich die Geschichten erzähle.


“Mode ist nicht etwas, das nur in Kleidungsstücken existiert. Mode ist im Himmel, auf der Straße, Mode hat mit Ideen zu tun; mit der Art und Weise, wie wir leben - und mit dem was geschieht.” — COCO CHANEL

Für wen ist deine Kunst gedacht?

Mit meiner Kunst möchte ich Menschen erreichen die Spaß an Mode haben aber irgendwie feststecken oder im Hintergrund stehen.

Ich möchte die Vielschichtigkeit - die Kraft - die in einem steckt sichtbar machen und in den Vordergrund treten lassen.

Dabei Menschen erreichen die wie ich den Mut hatten ihren Weg zu gehen, sich zu verändern, sich auch ein Stück neu zu erfinden. Das Alter spielt dabei keine Rolle- es ist nie zu spät.

Ich selbst habe lange gebraucht bis ich erkannt habe das Mode verstärkt wer du bist, statt eine ansprechende Verkleidung zu erstellen die dir einen künstlichen Glanz verleiht um Anerkennung zu erfahren.

Es ist ein gutes Gefühl Dinge zu tun die einem wichtig erscheinen, Menschen glücklich zu machen und Menschen zu begegnen die man sonst nie kennengelernt hätte.

Ich weiss noch zu gut wie ich mein erstes Bild verkaufte. Wir hatten unsere neuen Nachbarn zum Kaffee eingeladen, Elisabeth und Alexander.

Wie es so üblich ist zeigt man auch die eigene Wohnung und dabei fielen ihr meine Bilder in meinem kleinen Atelier unter dem Dach auf.

Ich erzählte ihr voller Begeisterung wie ich meine Bilder male, was ich darüber denke, berührt, begeistert usw.

Tage später rief sie mich an und wollte ein Bild von mir kaufen und fragte nach dem Preis. Zu der Zeit machte ich meine Kunst so nebenbei und dachte nie ans verkaufen, also war ich erst einmal ein wenig überfordert.

Ich sagte ihr das ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht habe und würde in den nächsten Tagen mit dem Bild zu ihr kommen. Dann können wir auch über den Preis sprechen.

So verkaufte ich mein erstes Bild und denke gerne daran zurück.

Meine erste Kundin hatte eine Boutique und interessierte sich wie ich für Mode, was für ein Zufall.

Welche schönen Momente verbindest du mit deinem Thema?

Mein erstes Wochenende in London zur Weihnachtszeit.

Ich war beeindruckt von dem unendlichen Angebot an Designern, Stores und der üppigen Weihnachtsdekoration.

Ich kannte Berlin, schließlich lebte ich schon ein paar Jahre dort.


Aber London setzte nochmal eine Schippe drauf.

Die Verkäuferinnen sahen aus wie Topmodels und liefen den ganzen Tag auf High Heels von Kunde zu Kunde, ins Lager, zur Kasse und zurück. Respekt!

Vor dem Eingang von Abercrombie & Fitch begrüßten mich Verkäufer - gut durchtrainiert - mit freiem Oberkörper - und Flip Flops.

Es war Winter und gefühlt -10 Grad!

Auf einem Tablet boten sie mir heiße Schokolade mit einem Hauch von Zimtgeruch an.

Das nenne ich mal ein Einkaufserlebnis mit allen Sinnen.




London = Individualität, Provokation und Selbstbewußtsein.


Genau diese Komponenten machen Mode so wichtig und spannend.


Was begeistert dich an deinem Thema?





Die vielen Möglichkeiten sich mit Mode auszudrücken und mit dem Äußeren Erscheinungsbild zu spielen.





Wenn ich meinen roten Mantel anziehe, der allein schon von der Farbe nach Aufmerksamkeit ruft, fühle ich mich wohl und selbstsicher.


Ich trage diese Gefühl nach außen.


Stellt man sich z.Bsp. die Frage nach dem inneren Lebensgefühl, fällt mir spontan die Hippiemode Mitte der 60iger Jahre ein.


Zu dieser Zeit war Mode ein wahres Lebensgefühl - Make Peace, not War -


Mitte der 70er wird Vivienne Westwood mit ihrer Punk Mode bekannt.


Eine Jugendkultur lehnt sich mit Hilfe ihres äußeren Erscheinungsbild und der Kleidung, gegen die Gesellschaft auf.


Sie erzeugt Aufmerksamkeit - eine Bewegung entsteht.


( Nur so am Rande erwähnt, ich gehörte zu den Poppern weil mir die Kleidung und der Haarschnitt besser gefiel).


Was ist mit der Wertigkeit der Mode?


Es gibt Labels die ein ganz bestimmtes Gefühl vermitteln und sich in der Gesellschaft positionieren.


“Seht her, ich kann es mir leisten” oder “wenn du erfolgreich bist kannst du es dir auch leisten”


Es liegt immer im Auge des Betrachters.


Mode ist ein breit gefächertes Spektrum und bietet viel Platz zur Interpretation.


Ich finde es wichtig persönliche Meinungen zu akzeptieren und zu respektieren.


“Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht 1000 Schritte in seinen Schuhen gelaufen bist”

— INDIANISCHES SPRICHWORT


Letztendlich soll Mode Spaß machen und ich möchte mit meiner Kunst andere Menschen daran erinnern:


Mode zu nutzen um zu betonen was wirklich in Ihnen steckt, wer sie sind.




Was frustriert dich an deinem Thema?


Das Mode auch ganz schön oberflächlich sein kann!


Ich bin ein wenig verunsichert wie viel Wert die Gesellschaft - immer noch - auf das äußeres Erscheinungsbild legt.


Menschen sich den ganzen Tag mit Fashion Posts beschäftigen - über das Posten von Essen, bevor es auf den Tisch kommt, ganz zu schweigen.


Wenn ich mir Instagram so anschaue stelle ich mir oft die Frage


“Wer ist diese Person in Wirklichkeit”?


Wenn ich dann noch den Text unter dem Post lese - Heute trage ich meine grüne Jacke zu meiner Mum Jeans - denke ich:


Ja! Sehe ich und was willst du mir jetzt damit sagen?


Auf einem anderen Account sehe ich eine Frau die jeden aktuellen Trend trägt und postet.


Bei vielen Bildern denke ich - diesen Trend solltest du lieber lassen.


Wie würde Guido Maria Kretschmer jetzt sagen, er tut so rein gar nichts für dich.


Es erinnert mich ein wenig an meine Grundschulzeit.


Anstelle von Fleißkärtchen oder Fleißbienchen gibt es heute LIKES und Follower.




Was würdest du gerne verändern in Bezug auf dein Thema?


Die Oberflächlichkeit und die Fixierung auf das Äußere.


Mal ehrlich, ist dir das nicht auch schon mal passiert?


Du triffst jemanden und unweigerlich steckst du ihn aufgrund seiner Äußerlichkeit in eine Schublade.


Ah, sie trägt Chanel!


Wow sie verdient viel Geld, kann es sich leisten.


Sofort läuft ein Film bei uns ab.


Im Nachhinein stellt sich raus die Tasche ist von ihrer besten Freundin geliehen, weil sie ein wichtiges Date hatte.


Sie wollte einen guten Eindruck hinter lassen!


Ich hatte mal bei einem Tennisturnier eine Gegnerin die ich, rein oberflächlich betrachtet, nicht auf dem Tennisplatz vermutet hätte.


Ihre Kleidung entsprach eher der Kategorie - Freizeit Jogging - und ihr Tennisspiel - ich mach mal mit, hab ja Zeit. Zum Glück gewann ich mein Match!


Beim Tennis ist es danach so üblich das der Gewinner den Verlierer zu einem Getränk einlädt.


Du kannst dir sicherlich vorstellen dass meine Begeisterung sich in Grenzen hielt.


Da saßen wir nun.


Nach 2 Stunden saßen wir immer noch da und unterhielten uns angeregt.


Hinter dieser, von mir oberflächlich betrachteten Person, entdeckte ich eine wahnsinnig starke, gebildete Frau mit ganz viel Erfahrung und tollen Geschichten die ihr Leben geformt hatten.


An diese Begegnung erinnere ich mich heute noch gerne zurück.


Sie mich etwas gelehrt.


Lass dich nicht von Oberflächlichkeit und Äußerlichkeiten blenden, schaue tiefer, nimm dir Zeit und bilde dir dann deine Meinung.


Welche Wirkung soll deine Kunst auf die Menschen haben?


“Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar ”

— PAUL KLEE

Dieses Zitat beschreibt ganz gut welche Wirkung ich mit meiner Kunst erreichen möchte.


Ich möchte Vergessenes oder Verborgenes mit Hilfe der Phantasie sichtbar machen.


Frauen ein Gesicht geben! Sie dazu ermutigen ihre Persönlichkeit und ihr Potenzial zu betonen.


Das ganze mit einem Hauch von Glamour, eine Prise Leichtigkeit und zum Schluss ein paar Spritzer Farbe.


Fertig ist ein Lebensgefühl.




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